
Exhibition view Studio 45
Falsche Sonnen, 2019
Der feine Unterschied zwischen Eigentum und Besitz bildet einen der konzeptuellen Ausgangspunkte für die flüchtigen Produktionssituationen, die Jáno Möckel in Hamburger Baumärkten etabliert. Für kurze Zeit ergreift er von den dort angebotenen Materialien und Bauteilen Besitz, um daraus seine eigentümlichen Assemblage-Skulpturen zu produzieren. Anschließend räumt er die von ihm benutzten Dinge wieder in die Regale – ohne etwas davon zu kaufen. Sie bleiben Eigentum des Marktes. „Man muss nicht auf den Preis schauen, sondern kann die Dinge an sich betrachten“ erklärt der Künstler, dem der Markt für seine Arbeit einen schier endlosen Vorrat an Formen und Materialien bietet. Die 2016 begonnene Werkserie Falsche Sonnen, bestehend aus Fotografien und Videodokumentationen, erzählt eindrücklich auch von der ausgeklügelten Logistik, Geschicklichkeit und Spontanität, die es dem Künstler am Ende möglich macht, einem kommerziell hochoptimierten Ort wie dem Baumarkt seine Kunst zu entwinden. Um etwa einen Einkaufswagen zum Kameraschlitten für Videoarbeiten nutzen zu können, beschwert Möckel ihn mit einem 15-Liter Wandfarbe-Eimer: das sorgt für eine ruhige Laufweise des Wagens. Konflikte mit dem Sicherheitspersonal umgeht der Künstler, indem er Aufnahmen in der Totalen vermeidet und darauf achtet, keine anderen Kunden zu filmen. Auf beiläufige Art und Weise gelingt es dem Künstler, sowohl den in der zeitgenössischen Kunst wenig diskutierten Materialfetisch, performative Ansätze wie auch den Mythos des Ateliers zur Diskussion zu stellen.
– Kito Nedo, aus dem Katalog Hiscox Kunstpreis 2018





Exhibition view Studio 45
Falsche Sonnen, 2019
Der feine Unterschied zwischen Eigentum und Besitz bildet einen der konzeptuellen Ausgangspunkte für die flüchtigen Produktionssituationen, die Jáno Möckel in Hamburger Baumärkten etabliert. Für kurze Zeit ergreift er von den dort angebotenen Materialien und Bauteilen Besitz, um daraus seine eigentümlichen Assemblage-Skulpturen zu produzieren. Anschließend räumt er die von ihm benutzten Dinge wieder in die Regale – ohne etwas davon zu kaufen. Sie bleiben Eigentum des Marktes. „Man muss nicht auf den Preis schauen, sondern kann die Dinge an sich betrachten“ erklärt der Künstler, dem der Markt für seine Arbeit einen schier endlosen Vorrat an Formen und Materialien bietet. Die 2016 begonnene Werkserie Falsche Sonnen, bestehend aus Fotografien und Videodokumentationen, erzählt eindrücklich auch von der ausgeklügelten Logistik, Geschicklichkeit und Spontanität, die es dem Künstler am Ende möglich macht, einem kommerziell hochoptimierten Ort wie dem Baumarkt seine Kunst zu entwinden. Um etwa einen Einkaufswagen zum Kameraschlitten für Videoarbeiten nutzen zu können, beschwert Möckel ihn mit einem 15-Liter Wandfarbe-Eimer: das sorgt für eine ruhige Laufweise des Wagens. Konflikte mit dem Sicherheitspersonal umgeht der Künstler, indem er Aufnahmen in der Totalen vermeidet und darauf achtet, keine anderen Kunden zu filmen. Auf beiläufige Art und Weise gelingt es dem Künstler, sowohl den in der zeitgenössischen Kunst wenig diskutierten Materialfetisch, performative Ansätze wie auch den Mythos des Ateliers zur Diskussion zu stellen.
– Kito Nedo, aus dem Katalog Hiscox Kunstpreis 2018


